Mara
Das hebräische Wort bedeutet so viel wie „bitter“ und taucht in Geschichten und Überlieferungen auf, in denen Menschen schwierige Situationen erleben: Eine Quelle ist bitter geworden und die Menschen können nicht trinken (2. Mose 15,22–27) oder eine Familienkonstellation beinhaltet Verzweiflung und die Zukunftsaussichten sind bitter (Ruth 1, 20ff).
Diese Geschichten erzählen davon, was geschieht oder geschehen muss, dass aus dem bitteren Geschmack in der Situation neu der Funke der Hoffnung entsteht.
Das ist auch die Geschichte meiner Arbeit.
Schon seit Beginn meiner Tätigkeit als Supervisorin, Therapeutin und Sprecherin berühren mich die Geschichten von Menschen, die Zeiten erleben, die sich für sie bitter anfühlen.
Ich habe erlebt und erfahren, wie überlebensnotwendig es ist, diese Erfahrungen wahrzunehmen, beschreiben zu lernen und zu würdigen.
Und ich staune immer wieder neu darüber, welche Möglichkeiten sich eröffnen und wie aus der bitteren Erfahrung Schritt für Schritt Wachstum und Heilung möglich wird.

